Spendentram: Rotes Kreuz – Ankündigung
1. Juni 2014
Spendentram: Rotes Kreuz
8. Juni 2014

100 Jahre Betriebsbahnhof Speising

Dienstag, 3. Juni 2014:

100 Jahre Betriebsbahnhof Speising

Am 3. Juni 1914 wurde das mit Aufwand gestaltete Ensemble aus Verwaltungsgebäude mit Park, Wagenhalle I und Wohnhaus des Betriebsbahnhofes Speising in Betrieb genommen. Das Bahnhofgelände in der Hetzendorferstraße 188 wurde ab dem Jahr 1912 unter Beteiligung des Leiters der Hochbauabteilung der Gebäudeverwaltung, Ferdinand Rakuschan, geplant und gebaut. Im Jahr 1915 wurde dann die Halle 2 mit Holzbogenbinder erbaut und in Betrieb genommen, später aber der Halle I angeglichen.

Der Betriebsbahnhof Speising nach dem Bau der Halle II im Jahr 1915. (Foto: WStB)
Der Betriebsbahnhof Speising nach dem Bau der Halle II im Jahr 1915. (Foto: WStB)

Der Bahnhof Speising war Heimatbahnhof der Straßenbahnlinien 10, 59, 60, 160, 360, 60/62, 61, 62 und 64. Berühmt wurde der Bahnhof im Jahre 1932 als 20 Stadtbahn-Dreiwagenzüge für den Straßenbahnbetrieb auf der Linie 60 zum Einsatz kamen. Diese waren immerhin bis 14. Juni 1968 auf der Linie 60 und auch der Spitalslinie 60/62 in Betrieb. Ein Grund für diesen Einsatz war auch ein Versprechen, die Stadtbahn wegen des starken Ausflugsverkehrs nach Mauer zu verlängern.

Der Bahnhof Speising hat sich, wie hier auf dem Bild vom 1. September 1957, bis heute kaum verändert. (Foto: Helmut Portele)
Der Bahnhof Speising hat sich, wie hier auf dem Bild vom 1. September 1957, bis heute kaum verändert. (Foto: Helmut Portele)
In der bevorzugten Betriebshalle II stehen Züge der Linie 62 mit Triebwagen der Type T1, Züge der Linie 60 mit Stadtbahntriebwagen der Type N im Zustand 1933 und adaptiert für die Linie 60 im Zustand 1957 ohne Vielfachsteuerung und ein M+k6-k6-Zug ohne Liniensignal. (Foto: Helmut Portele, 18.5.1957)
In der bevorzugten Betriebshalle II stehen Züge der Linie 62 mit Triebwagen der Type T1, Züge der Linie 60 mit Stadtbahntriebwagen der Type N im Zustand 1933 und adaptiert für die Linie 60 im Zustand 1957 ohne Vielfachsteuerung und ein M+k6-k6-Zug ohne Liniensignal. (Foto: Helmut Portele, 18.5.1957)

Der Bahnhof war von Beginn an für die von dort betriebenen Linien überdimensioniert gebaut worden. So war er immer ein idealer Abstellbahnhof für die in Rudolfsheim beheimate Hauptwerkstätte. Nach dem zweiten Weltkrieg war praktisch die ganze Halle I mit kriegsbeschädigten Fahrzeugen gefüllt, aber auch neue oder noch nicht zugelassene Wagen waren immer im Bahnhof Speising zu finden.

Die Halle I des Betriebsbahnhofs Speising war immer Abstellhalle für betriebsuntaugliche Fahrzeuge, da der Bahnhof in den 100 Jahren Betriebszeit, trotz starkem Auslauf der Linien 60 (Spital, Ausflugsverkehr)und 62 (Lainzer Krankenhaus und Versorgung), genug Platz hatte. (Foto: Helmut Portele, 31.8.1957)
Die Halle I des Betriebsbahnhofs Speising war immer Abstellhalle für betriebsuntaugliche Fahrzeuge, da der Bahnhof in den 100 Jahren Betriebszeit, trotz starkem Auslauf der Linien 60 (Spital, Ausflugsverkehr)und 62 (Lainzer Krankenhaus und Versorgung), genug Platz hatte. (Foto: Helmut Portele, 31.8.1957)

Das „Wiener Tramwaymuseum“ hatte in den Jahren 1969 bis 1986 bis zu neun Hallengleise, das waren insgesamt 1654 Meter Hallengleise, als Abstellung und Werkstätte für die, aus Platzgründen im Museum in Ottakring nicht gezeigten, Ausstellungsfahrzeuge und auch Standtort der Betriebsfahrzeuge.
So mußte man, um die Ausstellung in Ottakring aktuell zu halten, mindestens halbjährlich historische Fahrzeuge tauschen, um so einen wiederholten Besuch im „Wiener Tramwaymuseum“ zu gewährleisten. Dieses Konzept soll nun auch im neuen „Verkehrsmuseum der Wiener Linien“ angewandt werden.

Das Wiener Tramwaymuseum hatte im Bahnhof Speising bis zum Jahre 1986 bis zu neun Hallengleise für seine Museumsfahrzeuge zur Verfügung. Der SH 6217 (ex K 2415 im Hilfswagendienst), welcher als einer von 76 Fahrzeugen „wegen Platzmangel im Straßenbahnnetz“ ausgeschieden werden mußte. (Foto: Helmut Portele, 27.11.1976)
Das Wiener Tramwaymuseum hatte im Bahnhof Speising bis zum Jahre 1986 bis zu neun Hallengleise für seine Museumsfahrzeuge zur Verfügung.
Auch im Bild: der SH 6217 (ex K 2415 im Hilfswagendienst), welcher als einer von 76 Fahrzeugen „wegen Platzmangel im Straßenbahnnetz“
ausgeschieden werden mußte. (Foto: Helmut Portele, 27.11.1976)

Ende 1976 erhielt der Bahnhof Speising eine neue Zufahrt über die Wattmanngasse, wodurch die Rangierfahrten beim Einziehen auf der mittlerweile stark befahrenen Hetzendorfer Straße entfallen konnten.
Seit Ende April 2004 befinden sich auch wieder die historischen Betriebsfahrzeuge der Sammlung „Wiener Tramwaymuseum“ und des Vereins VEF / „Rent a Bim“ im Betriebsbahnhof Speising.
Die Betriebsfahrzeuge werden nur bis Ende Juni 2014 in Speising sein und dann ins neu gestaltete „Verkehrsmuseum der Wiener Linien“ nach Erdberg übersiedeln, um alle öffentlich zugänglichen Museumsaktivitäten an einem Platz zu konzentrieren.

Die auch als Betriebsfahrzeuge vom WTM eingesetzten historischen Straßenbahnfahrzeuge im Betriebsbahnhof Speising. (Foto: Helmut Portele)
Die auch als Betriebsfahrzeuge vom WTM eingesetzten historischen Straßenbahnfahrzeuge im Betriebsbahnhof Speising. (Foto: Helmut Portele)

Im Jahr 2006 wurde der Betriebsbahnhof Speising zur Abstellhalle degradiert und dem Betriebsbahnhof Rudolfsheim (Bahnhofsgruppe West) unterstellt.
Wir wünschen dem Bahnhof Speising, der so viele Jahre unsere Heimat war, im Wandel der Zeit mit seiner 100jährigen Geschichte ein wohltuendes Mahnmal für Beständigkeit und Werterhalt bleiben zu dürfen.